II. Grundlagen
Grundlage aller Mantik ist der Glaube an die Möglichkeit einer Verbindung zwischen Mensch und Gott. Dem homerischen Menschen treten die Götter unmittelbar in Träumen oder durch Prodigien entgegen; später legt man Wert auf eine philosophische Begründung dieses Religiösen Phenomens; so vor allem in den beiden erhaltenen theoretischen Schriften über antike Mantik: bei Cic. div. und Iambl. de mysteriis B.3. Die Sympathie des Alls ermöglicht durch den so gegebenen harmonischen Zusammenhalt aller seiner Teile die Teilnahme an göttlichem Wissen. Durch diese Vorstellung wird es möglich, dass auch unbelebte Materien Zukunftwissen vermitteln. Solche mit göttlicher Kraft erfüllten Ingredienzen werden in den einzelnen Zweigen der künstlerischen Mantik verwendet. Als Mittler zwischen Göttern und Göttern und Menschen treten auch Dämonen auf. Im Anschluss an Plat. symp. 202 E weisen Platoniker, Stoiker und Pythagoreer die Mantik den Dämonen als eigenen Wirkungsbereich zu; Cic. div. 1,64 plenus aer . . . immortalium animorum, in quibus tamquam insignitae veritatis notae appareant. Auch bei privater Divination werden Dämonen als Vermittler von Zukunftwissen herangezogen; sie können allerdings den Menschen auch täuschen (Iambl. myst. 3,18. 31. 4,7.)


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